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Leonhard Tietz

Leonhard Tietz

Der Warenhaus-Pionier und Revolutionär des Einzelhandels.

Das Leben des Kaufmanns

Leonhard wurde am 3. März 1849 in Birnbaum, preußische Provinz Posen, geboren. Er ist der Neffe von Hermann Tietz und Bruder von Oscar Tietz, die beide ebenfalls erfolgreiche Kaufhausgründer waren. Seine Familie hatte bereits Erfahrungen im Handelsgeschäft und bestritt damit ihren Lebensunterhalt. Um diese Tradition weiterzuführen, absolvierte Leonhard seine Ausbildung im Bereich der Gemischt- und Textilwarenläden seiner Verwandtschaft.



Kaufhaus Tietz am Aachener MarktGrundstein des Warenhauskonzerns

Als gemeinsames Projekt begann Leonhards Karriere mit der Übernahme eines Textilgeschäfts in Frankfurt 1876, welches er mit seinen Freunden für eine Dauer von zwei Jahren führte. 1879 eröffnete er seinen ersten eigenen Textilladen (Garn-, Knopf- und Wollwaren) in Stralsund und konzentrierte seine Tätigkeiten zunächst auf den deutschen Markt.

Wie auch sein Bruder Oscar spielte Leonhard eine entschiedene Rolle in der Entwicklung des Einzelhandels. Er legte den Grundstein für die Einführung von festen Preisen, die Möglichkeit der Bargeldzahlung, die Etablierung von Eigenmarken und das Angebot eines breiten Sortiments. Diese Art des Einzelhandels hat es geschafft, eine breitere Zielgruppe anzusprechen und eröffnete vielen Kunden bisher verwehrte Handelsmöglichkeiten. Diese Eigenschaften führten zu deutlichen Vorteilen gegenüber der Konkurrenz und einer gesteigerten Nachfrage, welches in einer Vergrößerung der Ladenfläche resultierte.

Aus dem Umschwung des Handels resultierte, dass Leonhard 1882 seine Geschäftstätigkeit expandierte und sein erstes Warenhaus eröffnete (Elberfeld). Dieses bestach durch unterschiedliche Abteilungen, hohe Qualität, einem Rückgaberecht sowie festen und zugleich niedrigen Preisen, die nicht wie ursprünglich eine große Flexibilität aufwiesen. Es kamen weitere Filialen in Köln (1891) und Düsseldorf hinzu, die aufgrund ihrer Artikelvielfalt und einer luxuriösen Bauweise als Konsumtempel galten.



Fortführung der Kaufhaus-Dynastie


Am 14. November 1914 wurde Leonhard auf einem jüdischen Friedhof in Bocklemünd beigesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wies die Leonhard Tietz AG 5.000 Mitarbeiter auf, die in 25 Niederlassungen in Europa tätig waren. Nach seinem Tod führte sein Sohn, Alfred Leonhard Tietz, die Kaufhauskette weiter und beschäftigte insgesamt 15.000 Mitarbeiter an 43 verschiedenen Standorten. Nachdem dieser von den Nationalsozialisten ins Exil gezwungen und enteignet wurde (1933), kam es zur Arisierung des Unternehmens, welches anschließend unter dem Namen Westdeutsche Kaufhof AG fortbestand - das spätere GALERIA Kaufhof. Die Familie Tietz wurde gezwungen, ihre Anteile mit einem deutlichem Wertverlust abzugeben und erhielt nach Kriegsende 5 Millionen DM als Entschädigungssumme.

Leonhard Tietz gilt noch heute als einer der wichtigsten Firmengründer, der einen Grundstein für die deutsche Unternehmensgeschichte gelegt hat.

Mehr über die Geschichte der Kaufhäuser erfährt man in unserer Infografik.

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