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Hertie

Kaum ein Name in Deutschland reicht soweit in die Vergangenheit zurück wie dieser.

Namensgeber war der deutsche Kaufmann Hermann Tietz. Geboren am 29. April 1837 in Birnbaum in der Provinz Posen (das heutige Miedzychod, Polen) und am 3. Mai 1907 in Berlin im Alter von 70 Jahren verstorben. Hermann Tietz war jüdischen Bekenntnisses.

Im Jahre 1882 ermöglichte Hermann Tietz seinem Neffen Oscar Tietz die Gründung eines Textil-Einzelhandelsgeschäfts in Gera. Aus Dankbarkeit und Wissen, dass das Geschäft nur durch die finanzielle Unterstützung seines Onkles möglich war, benannte Oscar Tietz das Geschäft nach ihm; Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz. Dieses Geschäft war eine Revolution in der damiligen Zeit: Zum ersten Mal gab es ein Geschäft mit festgelegten Preisen und einem branchenübergreifenden Sortiment.

Durch Praktizieren neuer Verkaufstechniken zeichnete sich Hermann Tietz aus und legte zugleich den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. Nach sechs erfolgreichen Jahren mit dem Geschäft in Gera und drei weiteren kleinen Geschäften finanzierte Hermann Tietz die Expansion in vier weitere große Städte Deutschlands.

Hermann Tietz, niemand anderes, prägte die Kaufhauskultur und den Einzelhandel so sehr wie er.


Enteignung und weiterer Werdegang der Marke Hertie

In den Jahren 1886 bis 1896 prägten Onkel und Neffe den Einzelhandel und schafften den Durchbruch. In diesen Jahren wurden die Filialen in Hamburg und Berlin gegründet, nachdem zuvor diverse Filialen in kleineren Städten eröffnet wurden. Die Konsequenz daraus war die Verlegung des Firmensitzes im Jahre 1900 nach Berlin. 

So stellten Oscar und Hermann Tietz mit Hertie Weltrekorde auf. Mit einer 250 Meter langen Fassade schrieb die Hertie-Filiale in Berlin Geschichte und war zu seiner Zeit das größte Kaufhaus in Europa. Warenhäuser von Hermann Tietz wurden als Einkaufspaläste betitelt. Zwischen 1903 und 1909 waren Obst und Gemüse die absoluten Bestseller, Produkte die knapp waren. Der erste Deutsche, welcher diese in einer Vielzahl anbieten konnte, war Oscar Tietz - und das zu Schleuderpreisen. Bis dato kannte niemand Tomaten, was sich dann dank ihm änderte. Zur gleichen Zeit verstarb sein Onkel Hermann Tietz und man erwies ihm in Berlin die letzte Ehre.

Zum ersten Mal begann das Hertie-Imperium zu wackeln, als die Nationalsozialisten auf dem Vormarsch waren. Man belastete Familie Tietz mit einer "Warenhaussondersteuer" und Hertie-Filialen wurden Opfer von rassistischen Aktionen. Im Jahr 1923 starb auch Oscar Tietz. Seine letzten Jahre widmete der jüdische Kaufmann der Aufnahme von Flüchtlingen, weshalb man noch heute mit einem Straßenschild und einem Gedenkstein an seinen Namen und seine Taten erinnert.

Durch die staatliche "Arisierung" wurde 1933 Georg Karg Oberhaupt von Hertie. Das ist auch der Grund, warum die Hertie-Gebäude in der Pogromnacht verschont blieben. Die Versuche der Familie und Söhne, einzelne Hertie-Häuser zurück zu erwerben, scheiterten.



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Hertie
Seit 1913 ist Hertie eingetragene Wort- und Bildmarke und nicht "nur" Synonym für deutsche Warenhauskultur. Benannt nach dem Gründer und Namensgeber Hermann Tietz. Nachdem Hermann Tietz und Familie aus dem Unternehmen ausgeschlossen werden, sinkt die Wahrenhausbeliebtheit und das Unternehmen, sowie die Marke leiden drastisch. Eine Geschichte, die in einem kleinen polnischen Ort (nur 160km von Berlin) begonnen hat, scheint ein jähes Ende zu nehmen.

Allein in der deutschen Hauptstadt wurden 1.300 Mitarbeiter von Oscar und Hermann Tietz in zehn Filialen beschäftigt. Die Hertie Warenhäuser waren bekannt als luxuriöse Einrichtungen, in der der Kunde seinen Spaß an dem riesigen Sortiment und niedrigen Preisen hatte. Das KaDeWe ist das wohl bekannteste Haus.
Bereits 1903 gründete die Familie Tietz den Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser (VDWK). Oscar Tietz engagierte sich ebenfalls in der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Und noch heute ist Hermann Tietz' Zitat Leitsatz für viele Unternehmen:
"Qualität bedeutet, dass der Kunde und nicht die Ware zurückkommt."


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